10. Treffen der 13 Kommunen des Energieeffizienz-Netzwerks Rosenheim-Traunstein

Der Austausch zeigt volle Wirkung: im bereits dritten und somit letzten Netzwerkjahr können mit den bisher im Netzwerk in Umsetzung gebrachten Maßnahmen jedes Jahr 1.200 Megawattstunden Endenergie, 2.851 Megawattstunden Primärenergie und 889 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Im Mittelpunkt dieses Treffens standen allerdings weniger die bereits erreichten Ziele, sondern die künftigen Aufgaben, die auf die Kommunen im Hinblick auf die von der Bundesregierung gesetzten Ziele im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens und der angestrebten Klimaneutralität zukommen. Als ein wesentlicher Baustein des Klimaschutzes und der Energieeffizienz von Gebäuden bot sich das Fachthema für dieses Netzwerktreffen an: Sanierung mit Schwerpunkt Gebäudehülle.

Den Auftakt bei den Fachvorträgen machte Andreas Scherbel von der Team für Technik GmbH, der über die Sanierung von kommunalen Liegenschaften und Wohngebäuden referierte. „Über 50% der Emissionen in Deutschland entstehen nach wie vor durch die Wärmeerzeugung – daran müssen wir arbeiten!“ so die Ermahnung von Scherbel, der deshalb den Fokus seiner folgenden Ausführungen auf den Wärmebedarf legt. Er erläuterte ferner die Anforderungen in Bezug auf die Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden nach dem Gebäudeenergiegesetz GEG und den Effizienzhausstandards, zeigte die verschiedenen Maßnahmen zur Sanierung der Gebäudehülle auf und ging außerdem auf die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen und deren Fördermöglichkeiten ein.

In seinem Vortrag „Energetische Modernisierung der Hülle von Baudenkmalen“ beleuchtete Ulrich Jung von der Beratungsstelle für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Bayerischen Architektenkammer zunächst die verschiedenen Formen der Wärmeerzeugung und deren Vor- und Nachteile, erklärte anschließend die Pflichten, Abweichungen und Befreiungen, die sich nach dem Gebäudeenergiegesetz für Baudenkmäler ergeben, führte die Fördermöglichkeiten für Nicht-Wohngebäude auf und ging zuletzt auf typische Probleme und deren Lösungen bei der Sanierung von Baudenkmälern ein.

In dem anschließenden Austausch der Gemeinden untereinander ergab sich eine rege Diskussion zum Thema E-Mobilität und deren Durchführbarkeit in Bezug auf die kommunalen Nutzfahrzeuge. Aus Sicht von Professor Bücker, Leiter des Instituts für nachhaltige Energieversorgung, ein Grund mehr, sich im kommenden Netzwerktreffen im Oktober diesem Thema ausführlicher zu widmen, um die Kommunen anhand von Erfahrungsberichten aus bereits umgesetzten Projekten anderer Kommunen unterstützen zu können.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Best-Practice-Beispiel aus nächster Nähe. Das dem Rathaus gegenüberliegende Gebäude in der Königstraße 15 durfte sich den Netzwerkteilnehmern als umfängliches und besonders anschauliches Sanierungsobjekt präsentieren.
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