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ENERGIE NEU DENKEN:
Warum Volatilität und Abhängigkeit Unternehmen unter Druck setzen
Die Rahmenbedingungen für Energie haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Was lange als kalkulierbarer Kostenfaktor galt, entwickelt sich zunehmend zu einer Größe, die direkt auf Planungssicherheit, Margen und Investitionsentscheidungen wirkt.
Datenüberblick
Strommarkt und Energiekosten 2025
| 89 €/MWh Day-Ahead-Durchschnitt 2025 | 570+ Stunden mit negativen Preisen |
| ~40 Stunden über 300 €/MWh | 68 % Importanteil Energie Deutschland |
| 29,2 % Erdgas, Energieeinsatz Industrie | 21,1 % Strom, Energieeinsatz Industrie |
Ein Blick in den Strommarkt verdeutlicht diese Entwicklung. Die Gleichzeitigkeit von Extremen — negative Preise und Spitzen über 300 €/MWh innerhalb desselben Jahres — ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Ausdruck einer strukturellen Veränderung im Energiesystem.
Volatilität ist kein Ausreißer, sondern Systemzustand
Für Unternehmen bedeutet das eine grundlegende Verschiebung. Nicht mehr der Durchschnittspreis entscheidet über die Kostenstruktur, sondern die Fähigkeit, mit Schwankungen umzugehen.
Die klassische Logik — Energie wird eingekauft und über den Preis optimiert — greift unter diesen Bedingungen zunehmend zu kurz. Unternehmen geraten in eine reaktive Rolle, in der sie auf Marktbewegungen reagieren, anstatt sie aktiv zu gestalten.
Schlüsselaussage
Damit wird Energie zwangsläufig zu einem Thema auf Managementebene. Preisvolatilität wirkt unmittelbar auf Kalkulation, Risikobetrachtung und Wettbewerbsfähigkeit.
Abhängigkeit als strukturelle Ursache
Die Volatilität ist dabei nicht die eigentliche Ursache, sondern das sichtbare Ergebnis tieferliegender Strukturen. Ein zentraler Faktor ist die weiterhin hohe Importabhängigkeit der Energieversorgung in Deutschland — rund 68 % der Energie stammen aus dem Ausland.
Für Unternehmen bedeutet das, dass ein wesentlicher Teil der Kostenentwicklung außerhalb des eigenen Einflussbereichs entsteht. Gleichzeitig wirken diese externen Faktoren direkt auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen.
Diese Abhängigkeit erklärt, warum viele Unternehmen trotz intensiver Einkaufsstrategien nur begrenzte Planbarkeit erreichen.
Energiekosten entstehen im Betrieb — nicht im Einkauf
Ein weiterer zentraler Punkt liegt in der Perspektive auf Energiekosten. In vielen Organisationen werden diese primär im Einkauf verortet, während ihre wesentlichen Treiber im Betrieb liegen.
In der Industrie entfällt ein erheblicher Anteil des Energieeinsatzes auf Erdgas (29,2 %) und Strom (21,1 %). Damit bestimmen Prozesse, Anlagen und Betriebsweisen maßgeblich die tatsächliche Kostenstruktur.
In der Praxis führt das häufig zu einem bekannten Muster: Einzelmaßnahmen werden umgesetzt — im Einkauf oder in der Technik — ohne dass ein übergeordnetes Systemverständnis vorhanden ist. Die Folge sind begrenzte Effekte oder nicht ausgeschöpfte Potenziale.
Von der Preisoptimierung zur Systemperspektive
Die zentrale Herausforderung besteht daher nicht darin, Energiepreise weiter zu optimieren, sondern die eigene Energiestruktur zu verstehen. Erst wenn Transparenz über Verbrauch, Lastprofile und betriebliche Zusammenhänge besteht, lassen sich Maßnahmen sinnvoll priorisieren und wirtschaftlich bewerten.
Perspektivwechsel
Unternehmen, die diesen Perspektivwechsel vollziehen, verlassen die reine Reaktionslogik und schaffen die Grundlage für eine aktivere Steuerung.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass Energie nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. Sie ist eng verknüpft mit:
— Kostenstruktur und Margen
— Produktionsprozesse
— Investitionsentscheidungen
Damit entsteht eine neue Ausgangssituation: Unternehmen, die Energie weiterhin als externen Kostenfaktor behandeln, bleiben abhängig. Unternehmen, die ihre Energiestruktur verstehen und systematisch weiterentwickeln, gewinnen Handlungsspielraum.
Die zentrale Frage
Die entscheidende Frage ist daher nicht, wie Energie günstiger eingekauft wird, sondern wie sie im Unternehmen steuerbar wird.
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INEV begleitet Veränderungsprozesse in der Energie- und Wärmewende mit einem integrierten Ansatz aus fachlicher Analyse, strategischer Einordnung und strukturierter Prozessbegleitung. So entstehen Lösungen, die nicht nur konzeptionell überzeugen, sondern auch anschlussfähig und umsetzbar sind.
