6. Treffen des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk Ebersberg-München

Von Beginn an effizent: Neubaugebiete und Bauleitplanung

Neue Wohngebiete sorgen erst einmal für einen steigenden Energieverbrauch. Das ist Fakt. Doch mit klugen Lösungen können Kommunen den zu erwartenden Verbrauch drastisch senken und Energieressourcen gleich von Beginn an effizient nutzen. Wie das möglich ist, erklärte Dr. Harald Schäffler beim 6. Netzwerktreffen des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks Ebersberg-München am Mittwoch, 16. März. In seinem Fachvortrag stellte der Geschäftsführer des in Freiburg im Breisgau ansässigen Ingenieurbüros Schäffler sinnogy unter anderem ein kaltes Nahwärmenetz in der Gemeinde Schlier vor.

Solche Systeme arbeiten mit Temperaturen im Bereich von 10 bis 25 °C und stellen somit eine Grundwärme bereit, die innerhalb der angeschlossenen Häuser durch Wärmepumpen auf das übliche Warmwasserniveau gehoben wird. Zugleich kann das niedrige Temperaturniveau kalter Nahwärmenetze im Sommer zur Kühlung der Häuser genutzt werden. Das Netz in der Gemeinde Schlier, einer Nachbargemeinde der Stadt Ravensburg, deckt die Hälfte des Strombedarfs der angeschlossenen Wärmepumpen über Photovoltaikanlagen. Dank dieser Kombination kann der Energieverbrauch des Neubaugebietes gleich von Beginn an drastisch gesenkt werden.

Auch Martin Schmidt-Roschow aus der Bauverwaltung der Gemeinde Pliening gab in seinem Vortrag einen interessanten Einblick in die Praxis. Auf einem 3 Hektar großen Gelände entsteht derzeit eine Passivhaussiedlung. Dabei stieß die Gemeinde auch an ihre planerischen Grenzen, denn der Bebauungsplan lässt nur wenige Vorgaben zu. Die Einhaltung dieser muss allerdings von den Käufern nachgewiesen werden.

Über die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen von Klimaschutzmaßnahmen in Bebauungsplänen gab anschließend Victoria von Minnigerode einen Einblick. Die für die Beratungsgesellschaft Rödl & Partner tätige Rechtsanwältin arbeitete dabei zunächst heraus, wie sich die Gesetzgebung in den vergangenen Jahren verändert habe und wies anschließend auf städtebauliche Verträge als eine weitere Möglichkeit zur Steuerung von Klimaschutzmaßnahmen hin. Klar wurde durch ihren Vortrag, dass die Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinden begrenzt sind und oftmals hinter dem zurückbleiben, was sich klimabewusste Bürgerinnen und Bürger bei der Ausweisung neuer Wohngebiete wünschen.

Das Netzwerktreffen schloss mit den Berichten aus den Gemeinden: In den 14 am Netzwerk teilnehmenden Gemeinden werden derzeit über 70 Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt. Aus zeitlichen Gründen konnten dieses Mal nicht alle Gemeinden beim Netzwerktreffen vertreten sein.
Das nächste Netzwerktreffen wird das Thema Systematischer Klimaschutz und Klimaschutzmanagement in den Mittelpunkt rücken.
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