Fernwärme in kommunaler Hand

Das Thema Fernwärme ist für Kommunen derzeit aktueller denn je. Die Erderwärmung und der Krieg in Europa führen uns die Wichtigkeit nachhaltiger und unabhängiger Energieversorgung deutlich vor Augen. Beim 9. Treffen des Kommunalen Energieeffizienznetzwerks Rosenheim-Traunstein erhielten die Teilnehmer detaillierte Informationen zu Planung, Finanzierung, Umsetzung und Betrieb von Nah- und Fernwärmenetzen.

Das Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) war sehr erfreut, die Geschäftsführer der ing Kess GmbH Thomas Gmeindl und Christian Bichler als Referenten für die Veranstaltung in der Gemeinde Raubling gewinnen zu können. Die beiden Praktiker erläuterten den Teilnehmern anschaulich und transparent den Prozess von der Machbarkeitsstudie über die Planung bis zur Umsetzung einer Fernwärmeversorgung.

Martin Ohmer von der BayWa Energie Dienstleistungs GmbH, den INEV ebenfalls als Referenten begrüßen durfte, bot den Zuhörern die passende Ergänzung zu seinen Vor-Rednern, indem er in seinem Vortrag auf die Finanzierungsmöglichkeiten von Fernwärmenetzen und auf die verschiedenen Betreibermodelle, die für die Kommunen relevant sind, einging. Den Schwerpunkt bildete hierbei die Darstellung der möglichen Contracting-Modelle mit konkreten Lösungsvorschlägen und Beispielen der verschiedenen Umsetzungs-Modelle aus der Praxis. Abgerundet wurde dieser Teil durch den Vortrag von Thomas Stürzer, Projektmanager bei INEV, der in seinem Vortrag die aktuellen Fördermöglichkeiten bei Planung, Bau und Betrieb von Fernwärmenetzen vorstellte.

Die teilnehmenden Kommunen zeigten sich äußerst interessiert an dem Thema. In der Diskussion wurde dabei auch die Bedeutung der Fernwärme als ein Schlüssel der Energiewende deutlich und wie dringend das gemeinsame Handeln in Richtung Sicherheit, Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit ist. „Der Weg zur Klimaneutralität und die Schonung unserer Ressourcen stehen im Fokus unseres Handelns und Veranstaltungen wie heute helfen den Kommunen, Hemmnisse abzubauen und die Umsetzung auch größerer Energiewendevorhaben voranzubringen“, ist Prof. Dr. Dominikus Bücker überzeugt.

Zu Beginn des letzten der drei Netzwerkjahre im Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk Rosenheim-Traunstein ist viel erreicht. Projektmanager Stürzer konnte berichten, dass schon mit den bisher im Netzwerk in Umsetzung gebrachten Maßnahmen jedes Jahr 707.000 Kilowattstunden Endenergie und 492 Tonnen CO2 eingespart werden. Dennoch gehen die Themen und Handlungsfelder im Klimaschutz nicht aus. Die Bundesregierung und der Freistaat haben ehrgeizige Ziele für die Klimaneutralität ausgegeben und den öffentlichen Verwaltungen soll dabei eine Vorreiterrolle zukommen. So heißt es für die Kommunen, dranzubleiben und neue Maßnahmen und Handlungsfelder anzugehen. Schon jetzt denken die Teilnehmer darüber nach, die gemeinsamen Aktivitäten in Zukunft als „Klimaschutznetzwerk“ fortzuführen. Auch Kommunen aus der Region, die bisher noch nicht Mitglied des Netzwerkes sind, sind dabei herzlich willkommen.

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